Traunsee · Frühwind & Spätwind
Oberwind (Talauswind aus Süd, morgens) und Niederwind (thermischer Nordwind, nachmittags) – Druckdiagramm nach dem Ansatz von kitewetter.at, live aus Modelldaten.
Live
Modellprognose
Wetter am See und im Tal
Wolken je Höhe (grau = Bedeckung) · Niederschlag (mm/h) – Seemitte
Druckdifferenz (hPa, auf Meeresniveau) · Gesamtbewölkung (Okta/2)
Modellwind 10 m (kn) · Pfeile: Richtung, in die der Wind weht
So liest man das Diagramm
- Bad Ischl – Ried im Innkreis: maßgebliche Achse. Positiv = höherer Druck im Süden (Salzkammergut) → Kaltluft fließt nach Norden ab, begünstigt den Oberwind.
- +1,5 hPa: klimatologisch deutlich stärkeres Ausfließen an der Messstelle Altmünster (SW, Talauswind).
- Traunkirchen – Gmunden: lokale Achse am See. Erhöhte Werte abends/morgens sind gleichsinnig mit Bad Ischl – Ried. In groben Modellen (ECMWF, ICON-EU) liegen beide Punkte fast in derselben Gitterzelle – dort kaum aussagekräftig.
- Gesamtbewölkung in Okta / 2: 0 = wolkenlos, 2 = halb, 4 = bedeckt. Für den Oberwind braucht es eine klare Nacht – vor allem wenige tiefe und mittlere Wolken (oberes Panel).
- Wetter am See und im Tal (oberste Karte): Symbole mit Temperatur je Modellpunkt von Gmunden bis Bad Ischl für die mit dem Regler gewählte Stunde. Regen ab 0,2 mm/h (Schnee unter 1 °C), Nebel bei tiefen Wolken ab 70 % und Feuchte ab 95 %, sonst Sonne (nachts Mond) bis 25 % Bewölkung, teils bewölkt bis 70 %, darüber bedeckt. Quelle „Gemessen" zeigt stattdessen die vergangenen 36 h, 3 oder 7 Tage bis zur laufenden Stunde: Temperatur, Regen (Stundensumme) und Nebel (Feuchte ab 97 %, tagsüber ohne Sonnenschein) der Stationen Altmünster (Seemitte) und Bad Ischl, Bewölkung aus dem Satelliten je Region; Gmunden, Traunkirchen und Ebensee ohne Station zeigen nur das Satellitensymbol.
- Wolkenquerschnitt (zweite Karte): Zeit waagrecht, Höhe senkrecht 0–12 km. Je dunkler, desto dichter die Modellwolken auf der jeweiligen Druckfläche (rechts in hPa, Höhe nach Standardatmosphäre). Gestrichelt: Seehöhe des Traunsees und Feuerkogel – Wolken dazwischen hemmen den nächtlichen Talausfluss am meisten. Blaue Balken: Niederschlag in mm/h. AROME-Schichten stammen aus AROME France (2,5 km), ECMWF-Schichten aus dem 0,25°-Lauf.
- Schattierung: dunkel = Nacht/Morgen (00–09 Uhr, Oberwind-Fenster), heller = Abend (21–24 Uhr), gelblich = Nachmittag (13–18 Uhr, Niederwind-Fenster).
- Negative Werte nachts/morgens wirken dem Morgenwind entgegen. Tagsüber deuten negative Werte bei guter Thermik auf Nordwind (Niederwind) hin – das Signal ist tagsüber aber schwach.
- Oberwind: setzt in der zweiten Nachthälfte ein und hält bis etwa 9 Uhr, typisch 4–5 Bf, bei kräftigem Wind 6 Bf. Faustregel: starker Südwind in Salzburg und WNW am Feuerkogel, ab etwa 3 Uhr prüfen – je kräftiger beide, desto stärker der Oberwind. Ist der See (Altmünster) wärmer als das Trauntal (Bad Ischl), liegt die Kaltluft im Tal und fließt ab. Starker Nordgradient und bodennah einsickernde Kaltluft aus Nord unterdrücken ihn. Spot: Traunkirchen.
- Niederwind: thermischer Wind aus Nord bis Nordost am Nachmittag, meist 3–5 Bf (Spot: Kitestrand Rindbach bei Ebensee). Sonne, schwache Großwetterlage; Nordost-Strömung hilft, SW-, O- oder S-Strömung schadet. Er funktioniert auch mit Nebel: Liegt Nebel in Gmunden, ist das Trauntal bis über Bad Ischl hinaus aber sonnig, zieht die kalte Nebelluft nach Süden. Allgemein gilt: Ist das Trauntal (Bad Ischl) wärmer als das Alpenvorland (Vöcklabruck), zieht die kältere Luft aus dem Norden nach.
Indizes (experimentell): Frühwind = 30 % Druckdifferenz Bad Ischl – Ried (22–08 Uhr) + 15 % klare Nacht (tiefe/mittlere Wolken 22–06 Uhr) + 40 % Südkomponente Salzburg/Düse Traunkirchen am Morgen (5 kn = voll) + 15 % See wärmer als Tal (potentielle Temperatur Seemitte – Bad Ischl 0–8 Uhr, +3 K = voll); Abzug bei kräftiger Nordströmung in 850 hPa. Spätwind = 20 % Sonne (tiefe/mittlere Wolken an Seemitte und Trauntal 10–16 Uhr) + 40 % negative Druckdifferenz (13–17 Uhr, −1,5 hPa = voll) + 30 % Nordkomponente an der Düse Ebensee + 10 % Tal wärmer als Vorland (potentielle Temperatur Bad Ischl – Vöcklabruck 12–16 Uhr, +3 K = voll); Abzug bei SW-/S-/O-Strömung, Bonus bei NO. Der Modellwind am See stammt von zwei Punkten auf dem Wasser, an denen die Enge des Sees den Wind verstärkt: östlich der Halbinsel Traunkirchen für den Oberwind und am Südende vor Ebensee für den Niederwind (ältere Läufe: Seemitte). Die Spätwind-Gewichte sind an der Messstation Ebensee geeicht, die Frühwind-Gewichte an den Tagesurteilen über das Webcam-Bild von Traunkirchen um 8 Uhr. Angezeigt wird nicht der Rohindex, sondern die daraus geeichte Chance in Prozent: beim Spätwind die Chance auf Niederwind mit Böen ab 10 kn an der Station Ebensee, beim Frühwind die Chance, dass die Webcam um 8 Uhr mindestens mittleren Frühwind zeigt. „Gut" ab 60 %, „möglich" ab 35 %; der Rohindex steht in den Begründungswerten.
Modellhinweise: AROME (Météo-France, 1,3 km für Wind/Wolken, 2,5 km für Druck), ICON-D2 (DWD, 2,2 km), GeoSphere 1 km (C-LAEF AlpeAdria, direkt von GeoSphere Austria, ca. 55 h, ohne Wolkenschichten: tiefe Wolken werden aus Gesamtbewölkung und Nebelanteil der Feuchte ab 95 % ersetzt), ICON-CH1 (MeteoSchweiz, 1 km, ca. 33 h), ICON-CH2 (MeteoSchweiz, 2,1 km, 5 Tage) und HARMONIE-AROME (DMI, 2 km, ca. 69 h) sind die feinen Modelle; der Wolkenquerschnitt gibt es nur bei AROME und ICON-D2 sowie den groben Modellen. ECMWF IFS (9 km), ICON-EU (7 km) und ICON Global (13 km) für die Tage danach – dort ist der Talwind selbst nicht aufgelöst, nur die Rahmenbedingungen.